Wie soll das Buch aussehen?
Albrecht Beutelspacher | 11. Oktober 2007Die Idee für die Gestaltung stammt von Gero von Randow, dem famosen Journalisten der ZEIT. Er war in der ersten Phase der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung für deren Wissenschaftsteil verantwortlich. Eine Sache, die er dort kreiert hat, war die Wissenschafts-Doppelseite.
Eines Tages besuchte er mich und sagte: “Üblicherweise sagen wir immer: Mathe ist gar nicht so schlimm, es tut nicht weh, und du brauchst keine Angst zu haben. - Ich finde, wir machen es mal anders. Wir stellen eine richtig schwierige Formel ins Zentrum. Wir schreiben diese dick in die Mitte der Seite. Und dann machen wir drum herum alle möglichen kleinen Texte, die uns die Bestandteile der Formel erklären: Das Summenzeichen, das Unendlichkeitssymbol, das Fakultätszeichen usw. usw.”
Das machten wir, und es wurde nicht nur eine tolle Seite, sondern war auch eine wunderbare Zusammenarbeit.
Auf genau diese Weise soll das Buch funktionieren. Jede Doppelseite hat eine Formel oder ein Symbol im Zentrum und die erklärenden Texte außen herum. Das ist so ähnlich wie wenn ich mich zu einem Studenten oder eine Studentin setze und ihm bzw. ihr auf einem Blatt Papier Mathematik erkläre.
Derzeit sind wir, das heißt der Grafiker Helge Kramer aus Berlin und ich, dabei, die richtige Form zu finden. Sie sehen Sie eine meiner handschriftlichen Vorlagen und das, was Herr Kramer daraus gemacht hat.
Am 11. Oktober 2007 um 16:47 Uhr
Vielleicht wären noch mehr Farben für die Übersicht nicht schlecht und soll es keine Überschrift geben oder wurde diese einfach in diesem Status der Planung noch weggelassen?
Und ich hoffe es kommt noch eine gute Erklärung zu den Abkürzungen hinzu (für LS und RS habe ich jetzt trotz 7. Semester Mathematik keine Langform auf Anhieb gefunden und darf da überhaupt ein “=” sein)?
Am 12. Oktober 2007 um 11:23 Uhr
Ich finde, dass Übungs und Beispielaufgaben auf jeden Fall mit rein sollten. Wo wende ich sowas überhaupt an, warum brauch ich das???? Wenn ich weiß wofür ich etwas brauchen kann lernt und versteht man es viel besser. Und da kommen jetzt auch die Übungsaufgaben zu tragen: Erst wenn ich ne Aufgabe lösen konnte weiß ich (zumindest etwas besser) ob ich verstanden habe um was es geht. Mir geht es oft so, dass ich eine Formel oder so scheinbar verstanden habe aber in der Praxis wenn ich damit arbeiten soll, merke ich dass doch noch ein Verständnisfehler drin ist. Erst beim weiteren vergleichen mit ner Beispielaufgabe geht mir dann oft ein Licht auf.
Außerdem denke ich dass nur Formeln mit Zeichenerklärungen zu langweilig sind. Als Mathematiker will ich doch auch mal selbst tätig werden;-)
Am 4. Juli 2008 um 19:10 Uhr
Ich bin zufällig auf dieses Blog gestossen als ich Infos über Mathebücher für Studienanfänger suchte. Inzwischen habe ich auch einige Werke zu diesem Thema erstanden und durchgearbeitet.
Den grössten Nutzen habe ich aus klassischen Büchern gezogen die wie üblich das Thema kurz umreisen, Sätze, Formeln,… herleiten, der Leser den ein oder anderen Satz als Übung beweisen darf, dazu kommen je nach Thema evt. noch einige typische “Rechenaufgaben”.
Hier und da noch ein Skizze dazu wo es Sinn macht, Farben, bunte Bildchen, “gelbe Notizzettel” usw. sind einfach überflüssig.
Packen sie stattdessen genug Übungsaufgaben rein, damit man in dem Stoff ordentlich Routine bekommt. Es soll ja ein Grundlagenbuch sein, Grundlagen muss man sicher beherrschen, das geht nur durch intensives Üben. Wenn ich mich so unter den Studenten umhöre, dann sehen die das auch so: Viele Übungsaufgaben zum Überprüfen, ob man den Stoff ‘drauf’ hat. Und bitte MIT Lösungen, nichts nervt Studenten mehr, wenn in Büchern Aufgaben ohne Lösungen oder Lösungshinweise abgedruckt sind. Bei sehr komplizierten Aufgaben sollte auch eine Lösungsskizze angegeben werden. Die Aufgaben könnte man auch noch in Schwierigkeitsgrade einteilen, damit man sein Können besser einschätzen kann.
Vielleicht auch der eine oder andere Hinweise wozu das jeweilige Thema im Studium gebraucht wird. Vollst. Indukt. hat man beispw. in der Schule schon mal gesehen aber auch schnell wieder vergessen, weil sie nicht fast nicht mehr auftaucht (je nach Schule, Bundesland und Kurs). Im Studium braucht man sie ständig, ebenso diverse Beweisverfahren, dazu bitte viele Übungen die zeigen wie und wo diese Dinge im Studium eingesetzt werden.
Bücher dieser Art mit wenigen Trivialaufgaben zum jeweiligen Kapitel gibt es schon genug, ein “Mathetrainingsbuch” das einen wirklich fit für den Studienanfang macht fehlt mehr oder weniger immer noch.
Ein Kapitel zu Kombinatorik und Stochastik/Statistik fehlt auch noch.
Am 11. Januar 2009 um 22:20 Uhr
Hallo,
erst mal muss ich sagen, dass ich wirklich gespannt auf dieses Buch bin. Und dann möchte ich noch nebenbei an den Christian loswerden, das die Abkürzungen LS und RS wahrscheinlich für linke Seite und rechte Seite steht. Jedenfalls habe ichh das so im erste Semester gelernt……
Am 14. Januar 2010 um 08:00 Uhr
Hallo,
Ich weiß ja nicht, ob das Buchprojekt noch aktuell ist, aber die Idee ist grundsätzlich reizvoll. Das Prinzip, eine Aussage in die Mitte zu stellen und dann am Rand zu kommentieren, ist übrigens nicht neu, sondern stammt schon aus dem Talmud :-). Aber es wäre interessant zu sehen, wie ein Mathematikbuch auf diese Weise geschrieben werden könnte. Der übliche lineare Aufbau jedenfalls besitzt kaum eine bessere Legitimation, sondern stellt traditionell die einfachste Methode dar, Dinge darzulegen. Aber vielleicht wird man dem Thema (und anderen) damit gar nicht gerecht? Vielleicht hilft eine andere Struktur ja sogar beim Nachdenken? Und gerade die Mathematik könnte von einer anderen Strukturierung profitieren, die Kommentare, Erläuterungen, Fußnoten, Literaturzitate, Definitionen, Ergänzungen, Exkurse, Querverweise in einen anderen Kontext zueinander stellt.
Am 5. Mai 2010 um 06:39 Uhr
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